Die europäischen Finanzmärkte sind im abgelaufenen Jahr wegen der Schuldenkrise stark unter Beschuß geraten. Für Anleger wahrlich kein vertrauenserweckendes Umfeld.

Unsicherheit und Risiko sind deutlich gestiegen. Ein Zeichen dafür ist anhaltende Umschichtung von den europäischen Aktienmärkten auf risikolose Papiere, deren Nachfrage weiter anhält. Wenn den Staatspapieren aber wie in den vergangenen Jahrzehnten auch künftig der Ruf als risikolose und doch lohnende Geldanlagen erhalten bleiben soll, müssen die Regierungen wie oben erwähnt eine neue Vertrauensbasis schaffen, das heißt, ihre Verschuldung in den Griff bekommen und die Anleihen entsprechend den geänderten Anforderungen der Märkte neu gestalten. Das Misstrauen hat mit der Realwirtschaft auch die europäischen Aktienmärkte erfasst.

Die Rolle der EZB
Die Europäische Zentralbank hat sich im Verlauf der Finanzkrise immer weiter von ihren selbst auferlegten Regeln entfernt. Seit Monaten erwirbt sie auf dem Sekundärmarkt Unmengen an Staatsanleihen bedrohter Euro-Staaten und unterwirft sich damit dem Willen der Regierungen (allen voran der Regierung in Deutschland und Frankreich) und verliert zunehmend ihre Unabhängigkeit von der Politik, was in Mittel- und Nordeuropa immer öfter kritisiert wird, während in den südeuropäischen Ländern die politische Einvernahme der Zentralbanken vor Einführung des Euro üblich war.